Warum Connected Cars unser Connected Self erweitern

July 14, 2016
Warum Connected Cars unser Connected Self erweitern

Beitrag von Matthias Schorer, Head of Strategy Consulting, CEMEA, VMware

neuSmartphones, Smart-Watches, Smart-Stove – im Digital-Zeitalter dreht sich alles um Smart-Devices. „Smart” wird dabei synonym mit „Internet” benutzt und bezeichnet den Trend, alle unsere Geräte miteinander zu vernetzen. Ob über soziale Netzwerke, Fitness-Gadgets mit WLAN-Synchronisierung oder smarte Alltagsgegenstände, wie kluge Waschmaschinen, Smart-Glass und Smart-TVs – heute pflegen die meisten Menschen eine digitale Persönlichkeit.

Mit immer mehr Gegenständen erweitern wir dieses virtuelle Alter Ego. Das geht so weit, dass wir uns unvollständig fühlen, wenn einmal der Smartphone-Akku den Geist aufgibt oder wir unser Tablet zu Hause vergessen haben. Unser digital vernetztes Selbst führt auch zu einer digitalen Paranoia – wer hat nicht schon einmal eine Phantom-Vibration seines Smartphones erlebt?

Warum nehmen wir so etwas in Kauf? Digitaler Komfort ist das Stichwort und der Grund, warum heutzutage alles eine Internetanbindung haben muss. Wenn Smartphones und Smart-Watches nun mit dem Auto gekoppelt werden, wird das Connected Car die nächste logische Erweiterung des Connected Self.

Im Connected Car Industrie Report 2014 der Telefonica gaben 71% der befragten Autofahrer an, dass sie Interesse an Connected Car Services hätten. 80% wünschten sich derweil einen vergleichbaren Digital-Komfort, wie zu Hause, auf der Arbeit oder unterwegs via Smartphone.

Autos mit veralteter Hardware bieten Angriffsfläche für Hacker

Nun haben Smartphones eine Lebensdauer von ein bis zwei Jahren, während Autos erst nach durchschnittlich 8,3 Jahren ihre Halbwertszeit erreichen. Zum einen ist dies den unterschiedlich gewichteten Anschaffungskosten geschuldet. Darüber hinaus spielt jedoch auch die verbaute Hardware eine entscheidende Rolle. Smartphones zum Beispiel brauchen ständig neue Software-Updates gegen Sicherheitslücken. Ein acht Jahre altes Hardware-Fundament wäre dabei dann ein ernst zu nehmendes Problem.

Wenn Connected Cars das Hardware-Problem lösen, braucht es als nächstes ein gutes Operating System. Die offensichtlichen Anbieter dafür sind Apples iOS und Googles Android. Viele Autohersteller scheuen allerdings davor zurück, ein solches System zu integrieren, da sie eine Teilung ihres Kundenstammes befürchten. Stattdessen werden eigene Systeme entwickelt, die sich in Sachen Sicherheit, Bedienbarkeit und Stabilität erst noch behaupten müssen – eine Vergleichbare Situation, wie vor 10 Jahren, als der Mobilmarkt noch ohne Android und iOS auskommen musste.

Und dann ist da noch die Angst vor dem berüchtigten gläsernen Menschen: Wenn wir unser Connected Self auf Connected Cars ausweiten, werden wir künftig nicht nur eine Abgas-Spur hinterlassen, sondern einen Datenstrom an persönlichen Informationen hinter uns herziehen. Wem gehören diese Daten, wenn sie doch freiwillig zur Verfügung gestellt werden? Was für Schutz haben wir gegen Automotive Hacking?

Auf der Straße in 20 Jahren haben wir keine Wahl

Es ist fraglich, ob wir in 20 Jahren überhaupt noch eigene Autos brauchen. „The majority of us will live in cities then, and the population will be even more aged,” erklärt Jeremy Green, Principal Analyst bei Machina Research. „We’ll use cars less, which will mean fewer cars on the roads. They’re likely to be more shared use, and they’ll do more for themselves.”

Dennoch müssen auch diese Fahrzeuge connected sein. “Until they become completely self-driving, they’ll have to report on us constantly to make sure we’re still alive.” Klingt ein bisschen nach Big Brother? “We’ll get used to it,” erklärt Green. „It’s not like we’ll have much choice.”

CTA: Mehr spannende Visionen zum Auto der Zukunft veröffentliche ich auf unserem VMware Automotive Blog sowie auf meinem Twitter-Profil

 
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