On-Premise und Cloud: Von der zielführenden Co-Existenz zweier Systeme

April 19, 2018
On-Premise und Cloud: Von der zielführenden Co-Existenz zweier Systeme

Beitrag von Annette Maier, Vice President & General Manager Germany, VMware

Wer sich für sein Unternehmen mit der Cloud beschäftigt, wird schnell feststellen, dass die Frage Cloud oder eigenes Rechenzentrum für jede Anwendung neu beantwortet werden muss.

Ist das wichtig oder kann das in die Cloud? So salopp, wie es noch vor einigen Jahren ein Vertreter eines großen Unternehmens auf einem Podium formulierte, ist es natürlich nicht. Denn die Entscheidung in der Cloud-Frage ist naturgemäß kein „entweder – oder“ mehr. Die Variante, gleich das gesamte Geschäft cloud-basiert abzubilden, dürfte in den wenigsten (größeren) Unternehmen eine sinnvolle Alternative darstellen. In der Praxis wird es nämlich fast immer so sein, dass sich ein Unternehmen im Rahmen einer Chance-Risiko-Profils für jede einzelne Applikation darüber klar wird, welche der eigenen Unternehmensprozesse für welche Cloud-Lösung geeignet sind und welche Anwendungen weiterhin im eigenen Rechenzentrum (on-premise) verbleiben sollten.

Berater können Vorbehalten im Unternehmen entgegenwirken

Im Rahmen dieser Bestandsaufnahme ist jeder CIO gut beraten, sich einen externen Sparringspartner ins Haus zu holen, der das Bild vom eigenen Unternehmen um seine Außensicht ergänzt und im Idealfall über Erkenntnisse aus Unternehmen mit ähnlichem Geschäftsfeld oder derselben Branche verfügt. Auch kann ein solcher Berater wertvollen Input in Sachen Change-Prozesse und deren Gestaltung bieten.

In der Praxis sollten Unternehmen zunächst im Rahmen von Leuchtturmprojekten überschaubare, klar umgrenzte Tasks in die Cloud verlegen. So kann ein Unternehmen zunächst einmal Erfahrungen mit weniger relevanten und business-kritischen Anwendungen sammeln (in denen möglicherweise ja nicht einmal Personendaten verarbeitet werden) und Überzeugungsarbeit innerhalb der Belegschaft leisten.

Geeignet für die Cloud sind neben weniger vertraulichen und weniger unternehmenskritischen Anwendungen auch solche, die beispielsweise neu entstehen und somit gar nicht erst in die Cloud migriert werden müssen. Nehmen wir ein Beispiel: Ein Großunternehmen hat eine hohe dreistellige Zahl an Anwendungen, von denen mindestens die Hälfte nicht unter hoch geschäftskritisch eingestuft wird, beispielsweise bestimmte Datenbankabfragen. Diese Anwendungen lassen sich beispielsweise sehr gut in einen Container packen und in die Cloud migrieren. Dadurch ergeben sich im Rechenzentrum freie Ressourcen für die wirklich business-kritischen Anwendungen und der Core-Service wird stabiler.

Die Affinität zur Cloud ist übrigens nicht nur eine Frage der Unternehmenskultur. Wir sehen zum einen, dass die Cloud immer dann willkommen ist, wenn ein Unternehmen bei der Anwendungsentwicklung auf agile Methoden setzt. Auch sehen wir eine höhere Bereitschaft zu Cloud-Lösungen  bei Projekten, die von Softwareentwicklern voran getrieben werden, weil hier das Zutrauen in Cloud-Anwendungen oft weiter verbreitet ist.

Individuell oder von der Stange? Mit der Hybrid-Lösung lässt sich beides kombinieren

Prinzipiell gibt es drei Varianten der Cloud: Da ist zunächst die Public Cloud, die, wie der Name schon sagt, bei Vorhandensein der entsprechenden Zugangsdaten für jeden zugänglich ist. Sie bringt für das Unternehmen ein Maximum an Flexibilität mit sich und ist besonders günstig im Unterhalt. Zum anderen gibt es die Private Cloud, die individuell an die Sicherheitsbedürfnisse des Auftraggebers angepasst werden kann und, je nach Situation entsprechende Redundanz vorhalten kann. Diese Exklusivität, die sich in erhöhtem Einrichtungs- und Wartungsaufwand  niederschlägt, hat allerdings ihren Preis. Das „Beste aus beiden Welten“ schließlich kombiniert die Hybrid Cloud, indem sie die Kosteneffekte der Public Cloud mit der restriktiven Sicherheit der Private Cloud in Einklang bringt – je nach Anwendungsfall bis zu einem gewissen Grad aber auch maßgeschneidert sein kann und situativ um Ressourcen erweitert wird. Der Nutzer merkt freilich nichts von dieser Kombination.

Wir gehen davon aus, dass in Zukunft viele größere Mittelständler und noch mehr Großunternehmen auf eine Multicloud-Lösung setzen werden, also auf eine Kombination unterschiedlicher Cloud-Umgebungen (teilweise sicher auch anbieterübergreifend). Hier kommen neben den Cloud-Services von Google, Microsoft und IBM Bluemix natürlich auch die mehr als 4.000 VMWare-Partner (VCCP) zum Zug. Diese bieten eigene Rechenzentren mit den gewohnten VMWare-Services in dedizierter Form. Neben einzelnen Anwendungen, die on-premise, also im eigenen Data Center stattfinden, wird es also vermehrt Anwendungen in der Private oder Hybrid Cloud geben – und noch dazu einige in der Public Cloud. Neben der VMWare Cloud on AWS kann das beispielsweise eine Cloud für bestimmte Office-365-Anwendungen sein. Welche Anwendungen sich wofür eignen, das wird von der Unternehmensphilosophie, den über die Jahre gewachsenen Strukturen und den Zielen des jeweiligen Unternehmens abhängen.

Lesen Sie hier Teil 1 & Teil 3 der Cloud-Serie.

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