Nur ein Tropfen auf den heißen Stein: IT-Security Experten gesucht!

November 22, 2016
Nur ein Tropfen auf den heißen Stein: IT-Security Experten gesucht!

Beitrag von Jörg Knippschild, Senior Manager Solution Architects, VMware

JoergKnippschild_Portrait_02 nnn

Dass Deutschland im Bereich IT-Sicherheit hinterher hinkt, ist schon länger kein Geheimnis mehr. Auf der diesjährigen IT-Sicherheitsmesse it-sa in Nürnberg hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) das nochmal mit einer Studie bestätigt: Ein Drittel aller größeren Unternehmen haben kein ausreichendes IT-Sicherheitskonzept, um Cyberangriffe abzuwehren. Bei kleineren Betrieben mit weniger als 50 Mitarbeitern zeigen sich noch größere Mängel: Hier verfügen ganze zwei Drittel aller befragten Unternehmen nicht über ein IT-Sicherheitskonzept. Gleichzeitig zielen stetig neue DDoS- und Ransomware-Angriffe auf die Datenbestände der Unternehmen ab und haben dabei oftmals leichtes Spiel. Die Schere aus hoch entwickelten Sicherheitsbedrohungen einerseits und unvorbereiteten Unternehmen andererseits klafft immer weiter auseinander.

Oft wird die „Schuld” an dieser Diskrepanz den Unternehmen in die Schuhe geschoben. Doch was ist, wenn sie sich redlich bemühen, die Schwachpunkte zu schließen, aber nicht das notwendige Know-how dafür besitzen? Natürlich müssen sie dann auf Fachwissen von außerhalb setzen.

IT-Sicherheitsspezialisten sind begehrt

Bereits 2012 herrschten rosige Zeiten für IT-Sicherheitsspezialisten: Damals befanden sich ca. 96 Prozent der Befragten in einer Festanstellung. Sucht man aktuell bei indeed.de nach Stellenanzeigen für IT Security Consultant, wird man schnell fündig: Über 600 Jobs werden alleine über dieses Portal angeboten, auf Stepstone erhalten Suchende über 9000 Angebote! Angesichts dieser Situation beginnt das Problem schon auf einer niedrigeren Ebene: Viele Unternehmen suchen wenige Spezialisten, von denen die meisten bereits einen Job haben. Zudem können die Experten aufgrund der sehr guten Beschäftigungslage hohe Anforderungen an den Arbeitgeber stellen, was insbesondere kleine und mittlere Unternehmen vor ein Budget-Problem stellt. Nun stellt sich eine weitere Frage: Wie sieht es in diesem Bereich denn an der Rekrutierungs- und Ausbildungsfront aus?

Woher bekommen wir den dringend benötigten IT-Sicherheitsnachwuchs?

Noch vor wenigen Jahren mussten entsprechende Bewerber zunächst allgemeine Studiengänge in den Bereichen Informatik und Informationstechnik besuchen und sich anschließend spezialisieren. In Deutschland haben die Hochschulen jedoch auf die Anforderungen reagiert: Aktuell werden an 8 Hochschulen 11 Studiengänge zu IT-Sicherheit angeboten. Das erscheint im Vergleich zu den offenen Stellen recht wenig.

Aktuelle Zahlen von der Ruhr-Universität Bochum und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg bestätigen die Lage. An der Ruhr-Universität Bochum wurde bereits 2001 der Diplomstudiengang „Sicherheit in der Informationstechnik” etabliert, mittlerweile werden ein Bachelor- und ein Masterstudiengang angeboten.

Im aktuellen Semester haben sich an der Ruhr-Universität Bochum 140 Bachelorstudenten immatrikuliert; allerdings ist der Studiengang auch nur für 140 Studenten pro Semester ausgelegt.
Für den Masterstudiengang können sich 20 Studenten pro Semester immatrikulieren.
Pro Jahr machen in etwa 40 Master-Studenten ihren Abschluss.
In Erlangen-Nürnberg wurde der berufsbegleitende Bachelorstudiengang Informatik/IT-Sicherheit erstmals im Wintersemester 2014/15 angeboten. Aktuell wird der berufsbegleitende Studiengang noch im Rahmen des BMBF-Förderprogramms „Aufstieg durch Bildung” gefördert.

Für das aktuelle Semester haben sich 20 Studenten immatrikuliert. Ab Oktober 2017 sollen sich aber Schätzungen zufolge mindestens 30 bis 40 Studenten immatrikulieren.
Nach dem berufsbegleitenden Bachelorstudium können Interessierte den Master an der Ruhr-Universität Bochum oder den Master Digitale Forensik an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen absolvieren.
Auch an der Universität Aalen wurde zum Wintersemester 2016/17 erstmals der berufsbegleitende Master IT-Sicherheitsmanagement angeboten.

Die Universitäten und Hochschulen haben also erkannt, dass in der IT-Branche verzweifelt nach Sicherheitsexperten gesucht wird und warten mit speziellen Studienangeboten auf – allerdings ist das Angebot noch recht überschaubar. Angesichts der über 9000 Jobangebote auf Stepstone erscheinen die 40 Masterstudenten, die jährlich ihren Abschluss an der Ruhr-Universität Bochum machen, wie ein Tropfen auf den heißen Stein.

Deshalb appelliere ich an dieser Stelle ganz dringend an alle IT- und technikinteressierten Jugendlichen und junge Erwachsenen: Traut euch! Die IT-Branche wartet nur auf euch!


 
Related Posts
 

Neben den zahlreichen geschäftlichen, operativen und finanziellen Vorteilen, die die digitale Transformation mit sich bringt, gibt es auch einige Herausforderungen, die Unternehmen zu meistern haben. Thomas Wirtz, Pre-sales Director Germany, gibt einen Überblick.

12345passwort – aus dieser Kombination sollte kein Passwort bestehen. Und doch sind die meisten Passwörter heutzutageähnlich schlecht. Was sind die gängigsten Methoden der Hacker, um Kennwörter zu knacken?

Beitrag von Jörg Knippschild, Senior Manager Solution Architects, VMware

Ihr …

Read More

Beitrag von Jörg Knippschild, Senior Manager Solution Architects, VMware

Die jüngste …

Read More

 
 
Blog Archive