Arbeit to go – der Arbeitsplatz zum Mitnehmen

February 10, 2017
Arbeit to go – der Arbeitsplatz zum Mitnehmen

Beitrag von Matthias Schorer, Lead Business Development Manager, IoT, EMEA

Unterwegs noch schnell das Geburtstagsgeschenk bestellen, das man vergessen hat zu besorgen, oder Tickets für das nächste Fußballspiel vorbestellen, für das der Vorverkauf zu einem unpassendem Zeitpunkt startet – kein Problem. Über das Smartphone  eingekauft hat womöglich jeder schon mal: sei es ein Bahnticket oder ein Geschenk. Weihnachtsgeschenke in der Vorweihnachtszeit mit dem Handy zu shoppen, wenn die Geschäfte voller Menschen sind, ist so nicht nur erheblich einfacher, sondern vor allem auch schneller. Außerdem: die Zeit zwischen Arbeit und Zuhause kann effektiv genutzt werden und ein spontaner Einfall kann direkt in ein Ergebnis umgewandelt werden.

Die mobile Technik ist bei den Nutzern angekommen: sie sind mit der Anwendung und den Geräten vertraut und scheuen sich nicht vor der Nutzung – ganz im Gegenteil: sie möchten am liebsten alles mobil und online erledigen können. Was sich privat schon lange durchgesetzt hat, steckt bei vielen Unternehmen leider noch in Kinderschuhen. Warum ist es möglich seinen Wochenendeinkauf von unterwegs aus zu regeln, aber die Arbeit muss im Büro liegen bleiben?

Deutschland – die Home Office Wüste

2015 arbeiteten gerade einmal 8% der deutschen Arbeitnehmer ganz oder teilweise von zu Hause  aus. Im Vergleich zum europäischen Markt bildet Deutschland hierbei das Schlusslicht. Die Möglichkeit des mobilen Arbeitens ist bei vielen deutschen Unternehmen ein Fremdwort, wenn nicht sogar verpönt! Obwohl der Wandel offensichtlich ist. Die Ära der PCs neigt sich dem Ende – mobile Geräte kommen überall zum Einsatz und das sollten auch Unternehmen als Veränderung erkennen und davor nicht die Augen verschließen. Vorreiter sind hier – wie so oft – amerikanische Unternehmen, die es bereits erkannt haben: „Work is not a place and not a time“ hört man dort sehr oft, wie ich in einem Video zu diesem Thema feststelle. Aber auch Start-Ups sind bei diesem innovativen Arbeiten ganz vorne mit dabei. Laufend erreichbar zu sein und jederzeit arbeiten zu können ist für viele Unternehmen in der Anfangsphase unabdingbar. Warum also scheuen viele alt eingesessene Unternehmen vor diesem Schritt, der eigentlich offensichtlich die Effizienz der Arbeitsprozesse steigert?

Die Hürden des ungehinderten Informationsflusses

Was nach einer einfachen Umsetzung klingt, erweist sich in der Realität als ein schwieriger Schritt. Sicherheitsvorkehrungen verhindern den freien Workflow. Ein Informationszugriff von unterwegs ist durch das komplexe Rahmenwerk von Unternehmen nur begrenzt möglich. Hinzu kommt, dass die Sicherheitsnetzwerke der IT einen Zugang bzw. die Einrichtung mobiler Geräte oftmals verkomplizieren. Womöglich muss sogar ein Kollege gebeten werden, nötige Informationen per Mail zu senden – eine Hürde, die Arbeitnehmer meistens nicht gehen und falls doch unnötig viel Zeit verschwendet. Und wenn der Anhang dann zu groß für das Mailsystem ist, wird er doch noch über die unkontrollierte, private DropBox geteilt. Bestehende Kommunikationsstrukturen sind einfach zu komplex, um agil handeln zu können. Und Arbeitnehmer möchten agil sein, sie wollen ihren Job machen. Und dies kann eben bedeuten auch mal von zuhause, von unterwegs oder aber auch zwischen Geschäftsterminen in der Bahn zu arbeiten. Ein direkter Zugriff auf Informationen wäre die Lösung und ist für mobiles Arbeiten unabdingbar.

Ein Schritt Richtung gegenwärtige Entwicklung

Diese Silo-Organisationen, wie Unternehmen mit hierarchisch und vertikal geprägten Kommunikationsabläufen auch genannt werden, sind out – bzw. sollten es besser sein. Unternehmenskommunikation muss in dieser digitalen Welt künftig neue Wege einschlagen. Streng gegliederte Strukturen müssen aufgebrochen und mit innovativen Ideen bestückt werden. In meinem letzten Blog-Beitrag zum Thema Mobile First habe ich bereits erklärt, was dahintersteckt. Denn Mobile First sollte nicht mehr nur ein Vorteil für Endkunden und ihr Nutzererlebnis sein – wie z.B. beim Schauen der neusten Folge der Lieblingsserie auf Netflix wenn man gerade Zeit dafür hat. Mobile First sollte auch die Grundlage sein, um auch interne Kommunikationsprozesse zu vereinfachen und vor allem schneller zu machen. Losgelöst von Büro und Arbeitsplatz.

Aber auch wenn vielen Unternehmen bereits der Mehrwert von Mobile First bewusst ist – eine Umstrukturierung bedeutet natürlich immer auch Bequemlichkeit und Sicherheit gegeneinander abzuwägen und zu prüfen welche Lösung die richtige ist. Aber auch auf der menschlichen Seite kann es Herausforderungen geben, denn alte Gewohnheiten müssen durchbrochen werden. Mitarbeiter müssen in die Entscheidungsfindung mit einbezogen werden und sollten die neue Kommunikationsform akzeptieren, nutzen und idealerweise wertschätzen. Und wie wir wissen, ist der Mensch ein Gewohnheitstier. Womöglich müssen Maßnahmen ergriffen werden um die Mitarbeiter auf alternative Kommunikationstools hinzuweisen und sie zum Nutzen dieser zu motivieren. Es ist also schlicht internes Marketing vonnöten! Alles Faktoren die nicht unterschätzt werden und in den Entscheidungsprozess mit eingeschlossen werden müssen.

Sie wollen Ihr Unternehmen auf Mobile First umstellen? Mehr interessante Fakten zum Thema mobiles Arbeiten finden Sie regelmäßig auf unserem Blog. Folgen Sie uns außerdem auch auf Twitter.


 
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