Know-how vs. Kosten: Wie weit ist das SDDC in Deutschland?

April 6, 2017
Know-how vs. Kosten: Wie weit ist das SDDC in Deutschland?

VMware und Arista, Hersteller von Layer-3-Switches (eine Kombination von Routern und Switches), verbindet eine langjährige Partnerschaft. Bereits 2008 definierten die beiden Unternehmen gemeinsam Standards für die Netzwerkvirtualisierung und haben seitdem immer wieder Meilensteine in der Netzwerk-Technik erreicht. Gemeinsam treiben sie die Entwicklungen Richtung SDDC (Software Defined DataCenter) voran.

Wir wollen von den Experten von VMware und Arista wissen: Wie ist der aktuelle Stand des SDDC? Und wie sehen die Herausforderungen aus, mit denen IT-Admins bei der Netzwerkvirtualisierung zu kämpfen haben?

Die Experten:

  • Alexei Agueev: Systems Engineer bei Arista
  • Michael Sicklinger, Regional Sales Manager Germany South and Austria bei Arista

Arista und VMware haben gemeinsam die Idee des SDDC verfolgt. Wie ist Ihre Einschätzung, haben die meisten Unternehmen in Deutschland dieses Ziel erreicht? Oder gibt es noch Luft nach oben?

Michael Sicklinger: Alle großen Unternehmen beschäftigen sich aktuell mit der Cloud und in diesem Zusammenhang auch mit SDDC. Schließlich wollen die IT-Abteilungen agiler werden, Workloads automatisiert bereitstellen und die Infrastruktur anpassen, um der sogenannten Schatten-IT entgegenzuwirken. Dabei stehen sie allerdings noch vor großen organisatorischen Herausforderungen, denn die IT ist oftmals noch sehr Silo-basiert: Storage, Server und Netzwerk werden separat verwaltet – aber es ist ein übergreifendes Denken notwendig, um ein SDDC aufzubauen. Natürlich gibt es hier schon die ersten Erfolge – aber ich glaube, dass wir den größten Teil des Marktes noch nicht adressiert haben. Hier schlummert noch enormes Potential!

Gerd Pflüger: IDC hat 2014 eine Studie zu diesem Thema veröffentlicht: Damals sagten 13 Prozent der Unternehmen, dass sie mit der Implementierung des SDDC begonnen haben. 25 Prozent wollten in den nächsten 12-24 Monaten die ersten Schritte unternehmen. Ich denke, an diesen Zahlen hat sich bisher wenig geändert. Auf der anderen Seite muss man immer bedenken, dass gerade in der Anfangszeit der Virtualisierungsgrad von Servern und Storage recht hoch sein muss, bevor ein SDDC aufgebaut werden kann, denn erst dann sind die Voraussetzungen für die Virtualisierung des Netzwerks erfüllt. Zudem fehlt es auch an Fachpersonal für Design und Betrieb.

Das Thema Netzwerkvirtualisierung hat in den letzten Jahren rasant an Fahrt gewonnen. Wie sehen die aktuellen Herausforderungen für IT-Admins aus?

Gerd Pflüger: Eine der größten Herausforderungen ist, dass es bisher nur sehr wenige Spezialisten gibt, die sich wirklich mit einer SDDC-Architektur auskennen. Zudem benötigen sie sehr starken Support von der IT-Leitung, da sie die Silos aufbrechen müssen, die noch stark in den Unternehmen vertreten sind. Dafür müssen alle Parteien an einen Tisch gebracht werden: Server-/Compute-Teams, Storage-Leute und die Security- und Netzwerk-Mitarbeiter. Das ist nicht ganz einfach. Zudem steht die IT immer vor dem Zwiespalt, was wichtiger ist: Kosten oder Know-how und Erfahrung? Denn natürlich sind diese Spezialisten nicht ganz billig und lassen sich zudem schwer finden.

Michael Sicklinger: Das sehe ich genauso. Die Transformation von einer Silo-Architektur hin zum SDDC ist nicht einfach und benötigt viel Expertenwissen. Auch der zeitliche Aufwand darf dabei nicht unterschätzt werden! Es handelt sich also zunächst mal um hohe Investitionskosten, die eine große Hemmschwelle für Unternehmen darstellen.

In Kürze wird hier auf dem Blog auch der zweite Teil des Interviews veröffentlicht: Arista und VMware: Partner auf dem Weg zur Netzwerkvirtualisierung.

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