Gastblog von Christian Stankowic: VMworld Europe 2014

October 27, 2014
Gastblog von Christian Stankowic: VMworld Europe 2014

Auf Einladung von VMware Deutschland reiste Blogger Christian Stankowic nach Barcelona zur VMworld Europe 2014. In diesem Gastbeitrag schildert der nach VCA-DCV zertifizierte IT-Administrator in Text und Bild seine zahlreichen Eindrücke vom Event und den Produktankündigungen.

Vom 13. bis 16. Oktober fand das europäische VMworld-Event in Gran Via, Barcelona, statt. Das Programm der 4-tägigen hauseigenen Konferenz stand ganz im Fokus der Virtualisierung und insbesondere aktueller VMware-Produkte. VMware veranstaltet jährlich jeweils ein Event in den USA und Europa.

Ich hatte die Ehre als Presse-Mitglied dieser Veranstaltung beizuwohnen und zahlreiche Eindrücke zu sammeln. Für mich war es die erste VMworld-Veranstaltung – aber definitiv nicht die letzte. 🙂

In vier Tagen wird Besuchern viel geboten – um einige Punkte zu nennen:

• mehr als 400 Fachvorträge (teilweise interaktiv) rund um VMware-Technologien
• Ausstellerbereich mit knapp 100 Herstellern
• Zertifizierungsprüfungen zu reduzierten Preisen
• Möglichkeit, mit VMware-Experten in Kontakt zu treten

Für ausreichend Abwechslung ist demnach gesorgt. Das Problem besteht eher darin, alles zeitlich zu koordinieren. Als Unterstützung hierfür hat VMware eine Smartphone-Anwendung für Android- und iOS-Geräte veröffentlicht, über welche Vorträge geplant werden konnten. Weitere Funktionen der Anwendung sind das Auflisten der Hersteller im Austellerbereich und das Teilen von Nachrichten und Fotos über Twitter.

In den zahlreichen Chillout-Bereichen des Messegeländes konnten Kontakte zu anderen Teilnehmern geknüpft werden.

Keynote
Die Keynote wurde mit einem beeindruckenden Dance-/Light-Act eingeleitet (ab 1:02):

Die Agenda der Keynote stand ganz im Fokus neuer Produkte rund um Cloud-Technologie und Software Defined Data Center, angesprochen wurden unter anderem:

• vCloud Air
• vRealize Suite
• EVO:RAIL
• Horizon FLEX
• vSphere 6

Die Präsentation wurde von zahlreichen bekannten Gesichtern aus dem VMware-Management moderiert:

Maurizio Carli (EMEA Senior Vice President und General Manager)
Pat Gelsinger (CEO)
Bill Fathers (Vice President und General Manager Hybrid Cloud)
Sanjay Poonen (Vice President und General Manager End-User-Computing)
Kit Colbert (CTO End-User-Computing)

vCloud Air
vCloud Air ist ein Cloud-Service, der früher unter dem Namen vCloud Hybrid Service bekannt war. Dieser Service nutzt vSphere-Technologie und integriert sich nahtlos in die bestehende VMware-Infrastruktur interessierter Kunden. Der Hauptnutzen des Service ist es, dedizierte und redundante Cloud-Ressourcen unter Berücksichtigung von definierter Sicherheits- und Verfügbarkeitsregeln zu integrieren. Kunden können so vCloud Air-Ressourcen als Desaster Recovery-Infrastruktur nutzen, was in vielen Fällen deutlich kostengünstiger als zusätzliche Hardware ist.

VMware gibt an, dass vCloud Air doppelt so viel CPU-Leistung bietet als Microsoft Azure und im Vergleich zu Amazon Web Services dreifach schnelleren Speicher bietet. Im Vergleich zu beiden genannten Konkurrenz-Produkten soll die VMware-Alternative dabei noch günstiger sein. Weitere Details finden sich in einem VMware Blog-Artikel.

Derzeit sind mehr als 5000 Anwendungen und 90 Betriebssysteme für den Einsatz freigegeben.

Als Highlight wurde auf der VMworld ein neues vCloud Air-Rechenzentrum für Zentraleuropa in Deutschland angekündigt. Ein solches Rechenzentrum wurde von VMware-Kunden aufgrund Sicherheits- und Datenschutzbedenken stark gefordert. Laut VMware eignet sich Deutschland aufgrund hoher Datenschutzrichtlinien hervorragend für ein solches Rechenzentrum. Der Start des Rechenzentrum wurde für das erste Quartal 2015 vorhergesagt.

vRealize Suite
Mit der vRealize Suite hat VMware ein Produkt zur Verwaltung hybrider Clouds vorgestellt. Es dient zur Verwaltung von:

• VMware vSphere, Virtual SAN, NSX
• Microsoft Azure
• Amazon Web Services
• anderer Hypervisor, u.a. Hyper-V, XEN und KVM

Kernfunktionen der Software sind Automatisierung und Operations Management. Ein wichtiger Bestandteil des Produkts ist ein Self-Service-Portal, über das Operations Management
• Performance
• Kapazitäten
• Konfigurationsstände
• Sicherheitsrichtlinien
• und Protkolldateien
verwaltet werden kann. Je nach Use-Case gibt es eine Advanced– und Enterprise-Edition.
Weitere Produktinformationen finden sich auf der VMware-Webseite.

Horizon FLEX
Horizon FLEX ist eine interessante Lösung für BYOD-Szenarien. Das Produkt dient zur Implementierung zentral verwalteter virtueller Maschinen für Remote-Benutzer.
VMs können zentral erstellt und verwaltet werden. Administratoren stellen angepasste VM-Abbilder zur Verfügung, die über den Horizon FLEX Client (welcher für Microsoft Windows und Mac OS X verfügbar ist) heruntergeladen werden können. Endbenutzer laden die VM-Abbilder herunter und können diese über VMware Player Pro und VMware Fusion Pro verwenden.

Regeln virtueller Maschinen werden zentral über den Horizon FLEX Policy Server implementiert, zu den Verwaltungsaufgaben gehören auch Patch- und Backup-Management. VMs können gehärtet werden, so lassen sich beispielsweise Remote-Sperren und Verfallsdaten definieren. Über Horizon FLEX bereitgestellte VMs lassen sich auch ohne Netzwerkverbindung verwenden. Mithilfe des Produkts kann so sichergestellt werden, dass Remote-Benutzer VMs verwenden, die dem Sicherheitsstandard des Unternehmens entsprechen.

Airwatch
Airwatch ist eine Enterprise Mobile Device Management-Suite, die neben Geräten auch Anwendungen, Arbeitsplätze und Datenbestände verwalten kann. Entgegen anderer Alternativen untersützt Airwatch nicht nur das Management gängiger Smartphone- und Tablet-Plattformen, sondern auch konventioneller Laptops und Desktops.

Zu den unterstützten Betriebssystemen gehören:

• Microsoft Windows
• Mac OS X
• Android
• Apple iOS
• BlackBerry OS
• Symbian

Während der Keynote wurde ein beispielhafter Use-Case präsentiert, eine Aufnahme dieser Demo ist im offiziellen VMworld YouTube-Kanal zu finden (ab 1:34:00):

EVO:RAIL
Die für mich interessanteste Neuigkeit war EVO:RAIL – eine Appliance, die von VMware und zertifizierten Partnern angeboten wird. Es handelt sich hierbei um ein Infrastruktur-Konzept (auch HCIA, Hyper-Converged Infrastructure), da sich hervorragend für mittelständige Unternehmen und kleinerer private Clouds eignet.

Doch warum? Weil sie auf kleinem Raum (2U Rack-Gehäuse) 4 voneinander unabhängige physische Server, Virtual SAN-Speicher und beachtliche CPU- und Arbeitsspeicher-Ressourcen vereint. Jeder Server verfügt über mindestens:

• 2x Intel E5-2620 v2/3-Prozessoren (6 Kerne/12 Threads, 15 MB Cache, 2,1 Ghz)
• 192 GB Arbeitsspeicher
• 3x SAS-Festplatten mit 1,2 TB Speicherkapazität (10K RPM)
• 400 GB Enterprise-SSD (MLC) für Read-/Write-Caching (VSAN)
• 2x 10 Gbit Netzwerkadapter (SFP+ oder RJ45)
• IPMI-Remotemanagement

Somit verfügt eine Appliance über insgesamt 100 Ghz CPU-Power, 768 GB Arbeitsspeicher und 16 TB VSAN-Speicherkapazität. Es ist derzeit möglich spielend leicht bis zu 4 Appliances als “Scale-out setup” zu kombinieren – das erhöht die Ressourcen noch weiter.

Neben üppiger Hardware zählen auch folgende Software-Produkte zum Umfang der Appliance:

• vSphere Enterprise Plus
• vCenter Server
• vCenter Log Insight
• Virtual SAN

Abgerundet wird dieses Gesamtpaket mit einer neu entwickelten Verwaltungsoberfläche namens MARVIN. Diese besteht im Kern aus den folgenden Komponenten:

• Zeroconf/mDNS
• HTML5/CSS3
• JavaScript

Es wird also keine Adobe Flash-Technologie mehr verwendet, sämtliche aktuelle Web-Browser werden unterstützt. Besonders erwähnenswert ist, dass MARVIN die gesamte Infrastruktur komplett selbstständig konfiguriert. Um eine EVO:RAIL-Appliance in Betrieb zu nehmen, wird ein Konfigurationsassistent aufgerufen. In diesem werden IP-Adressen und Hostnames der einzelnen Serverknoten angegeben – die restliche Konfiguration (ESXi-/Cluster-Konfiguration, VSAN-Initialisierung,…) geschieht im Hintergrund. Nach knapp 20 Minuten ist die Appliance vollständig betriebsbereit und kann erste virtuelle Maschinen betreiben.

Kunden müssen keine dedizierten Software-Lizenzen oder Hardware-Support erwerben – die Appliance kann inklusive aller benötigten Subskriptionen und Support bei einem der zertifizierten EVO:RAIL-Partner erworben werden. Das gestaltet die Verwaltung von Wartungsverträgen deutlich einfacher. Der Kunde kann derzeit – je nach Präferenz – zwischen den folgenden Herstellern wählen:

• DELL
• Fujitsu
• Hitachi Data Systems
• Supermicro
• Inspur
• NetOne
• Hewlett Packard

Da das Hardware-Design immer ähnelt, ist es egal, bei welchem Hersteller der Kunde die Appliance erwirbt – das Produkt ist immer gleich. Ein interessantes Detail des Produktnamens: EVO steht für Evolutionary und RAIL bezeichnet den Rail mount Formfaktor. Mit EVO:RACK wurde eine Vorschau für ein weiteres Konzept präsentiert. Im Gegensatz zu EVO:RAIL erstreckt sich EVO:RACK über mehrere Racks und bietet bedeutend mehr Ressourcen, was die Implementierung größerer Rechenzentren und Clouds ermöglicht. Darüber hinaus sind weitere Software-Produkte Bestandteil des Konzepts:

• vCloud Suite (vRealize)
• NSX
• EVO:RACK Manager
Es wurde erwähnt, dass ein gesamtes EVO:RACK-Rechenzentrum in ca. 2 Stunden einsatzbereit ist.
Ich finde das EVO-Konzept sehr interessant. Es beschränkt sich auf die wesentlichen Bestandteile einer virtuellen Infrastruktur, ist sehr skalierungsfähig und verfügt über eine beachtliche Automatisierung. In meinem YouTube-Video sind einige Detail-Aufnahmen des Appliance zu sehen.

vSphere 6
Ein Produkt, auf das alle VMware-Kunden warten, ist vSphere 6. Das nächste Major-Release des gefragten Hypervisors beinhaltet einige interessante Erneuerungen.

Für experimentierfreudige Administratoren gibt es derzeit Beta-Versionen, die nach einer Registrierung heruntergeladen werden können.

Die Beta unterliegt einer Geheimhaltungsvereinbarung (NDA, non-disclosure agreement), weswegen ich hier nicht auf die einzelnen Produktneuigkeiten eingehen darf. Wer sich für die einzelnen Details interessiert, sollte sich also registrieren und die Beta auf eigene Faust erproben. Durch die Registrierung erhält man auch Zugriff auf entsprechende Foren, in denen das Produkt diskutiert wird. 🙂

Aufgrund der Geheimhaltungsvereinbarung gab es auf der VMworld keine neuen Details. Ich hatte die Gelegenheit mit einigen VMware-Mitarbeitern zu sprechen – aber auch hier durfte man mir verständlicherweise keine weiteren Details nennen.
Es bleibt nun also abzuwarten, wann vSphere 6 veröffentlicht wird.

Fazit
Für mich hat sich das Event als äußerst interessant herausgestellt. Die zahlreichen Fachvorträge und Produkt-Demos brachten mir neue Erkenntnisse, die ich gewinnbringend zum Einsatz bringen kann. Die Location in Barcelona ist hervorragend, ich freue mich schon auf die nächste Veranstaltung. Es war für mich eine Ehre, der Veranstaltung als Presse-Mitglied beiwohnen zu dürfen.
Ich kann das Event jedem Administrator, der VMware-Produkte einsetzt oder darüber nachdenkt, wärmstens empfehlen! 🙂

Video und Fotos
Ich habe hier ein kurzes Review-Video der Veranstaltung auf YouTube veröffentlicht.

Mehr Fotos sehen Sie auf meinem Blog: http://blog.christian-stankowic.de/?p=6276


 
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