Digitale Strategie 2025: Digital Hubs erobern Deutschland

August 1, 2017
Digitale Strategie 2025: Digital Hubs erobern Deutschland

Beitrag von Annette Maier, Vice President & General Manager Germany, VMware

Es gibt bestimmte Orte, die einfach jeder kennt. Die Rede ist hier nicht von Metropolen und Großstädten wie New York, sondern vom kleineren kalifornischen Silicon Valley. Die Stadt im warmen Kalifornien wird überall auf der Welt mit Innovation und digitalem Fortschritt in Verbindung gebracht. Sowohl die Stadt als auch der Bundesstaat Kalifornien profitieren von dieser Assoziation. Das innovative Umfeld zieht viele Technologiefirmen, Start-Ups und Investoren an, die der Stadt viel Geld einbringen und zum guten Ruf beitragen. Deutschland hat sich das Silicon Valley als Vorlage genommen und möchte nun mehrere eigene kleine Silicon Valleys errichten. Die Rede ist von den sogenannten Digital Hubs – sie sollen dafür sorgen, dass aus dem Wirtschaftsstandort Deutschland auch ein Gründerstandort wird.

Gleich mehrere deutsche Silicon Valleys

Die Idee dahinter ist gut. Durch die Digital Hubs soll die digitale Transformation der deutschen Leitbranchen vorangetrieben werden. In einer ersten Auswahlrunde, die bereits im November vergangenen Jahres auf dem IT-Gipfel in Saarbrücken stattfand, wurden die ersten fünf Städte der Digital Hubs gekürt: Frankfurt, Berlin, Dortmund, Hamburg und München. Diese Standorte widmen sich unterschiedlichen zukunftsorientierten Themen und Technologien. So wurde München beispielsweise als Vorreiter in den Bereichen Mobility und InsurTech ausgewählt. Mit diesen Themen eng verbunden ist auch Cybersecurity. Durch die thematische Aufteilung der Städte soll erreicht werden, dass sie sich besser auf Ihre Kerngebiete konzentrieren können. Es geht also um eine Förderung von Innovationen und gegenseitiger Unterstützung zwischen den deutschen Unternehmen.

12 Digital Hubs sollen Deutschland nach vorn bringen

In einer zweiten Auswahlrunde des Städtewettbewerbs des Bundeswirtschaftsministeriums gingen Karlsruhe, Köln, Potsdam, Stuttgart und die Kombinationen Dresden-Leipzig, Ludwigshafen-Mannheim und Nürnberg-Erlangen als weitere Digital Hubs hervor. Zudem verstärkt Darmstadt als Cyber Security-Hub Frankfurt. Auch die Schwerpunkte der zweiten Runde versprechen Innovationen und spannende Ideen mit den Themen: Künstliche Intelligenz, Versicherungstechnik, Medien, Future Industries, Intelligente Systeme, Energie, IoT, Chemie und Healthcare. Somit stehen nach den zwei Auswahlrunden insgesamt 12 Regionen fest, die für Innovationen sorgen sollen und in denen Startups zusammen mit Wissenschaftlern, Investoren und Großunternehmen die digitale Zukunft Deutschlands maßgeblich beeinflussen sollen. Zudem werden die Digital Hubs auch im Ausland strategisch beworben, um hier weitere Potentiale zu nutzen.

Ist eine themenspezifische Aufteilung wirklich richtig?

Die Politik hat offensichtlich mit der Idee des deutschen Silicon Valleys große Träume. Es wird schon von vielen kleinen Silicon Valleys und Deutschland als Industrialisierer der Welt gesprochen. Aber sind diese hohen Ziele wirklich realistisch? Natürlich steht Deutschland als Wirtschaftsstandort und fortschrittliches Land immer wieder in den Medien. Aber es stellt sich dennoch die Frage, ob Deutschland an das amerikanische Vorbild herankommt und die Aufteilung nach Themengebieten in bestimmten Städten für die gesteckten Ziele wirklich förderlich ist.

Eine solche Aufteilung gibt es nämlich beim amerikanischen Vorbild nicht. Dort wird direkt nebeneinander an den verschiedenen Themengebieten gearbeitet. Das beeinflusst sicherlich auch die Innovationen und Kreativität. Bei einer Aufteilung der unterschiedlichen Bereiche auf mehrere Städte und die Abgrenzung dieser Bereiche untereinander droht die Gefahr, dass sich ausschließlich auf den fokussierten Bereich eingeschränkt wird und nicht, wie man so schön sagt, auch „über den eigenen Tellerrand“ geschaut wird.

Ausbau bestehender Kompetenzzentren

Die genannte Aufteilung hat jedoch auch große Vorteile. So ist es verständlich, dass sich beispielsweise Hamburg mit seinem bekannten Hamburger Hafen, der zu den größten Umschlagplätzen der Welt gehört, auf das Thema Logistik fokussiert. Für dieses Thema ist die Stadt und das umlegende Gebiet sowieso ein Experte. Ähnlich steht es mit Frankfurt und dem Bereich digitale Finanzdienstleistungen. Die hessische Stadt am Main ist auch international für seinen starken finanziellen Fokus bekannt. Dies sind nur zwei Beispiele der zwölf unterschiedlichen Hubs. Die Zuordnung wurde also nicht willkürlich getroffen, sondern orientiert sich an dem bereits vorhandenen Expertenwissen, das sich in den entsprechenden Städten nachweisen lässt. Die Digital Hubs unterscheiden sich in diesem Punkt stark von dem kalifornischen Vorbild. Allerdings muss man bedenken, dass das Silicon Valley historisch gewachsen ist. Nur einen einzigen Standort in Deutschland zu bestimmen, der die Rolle eines Silicon Valley einnehmen soll, wäre eine zu große Herausforderung, die auch nur bedingt zielführend wäre.

Zwar ist es jetzt noch eine gewisse Zeit bis zum Jahr 2025, aber trotzdem ist mit Spannung zu erwarten, was die digitalen Hubs wirklich leisten werden und inwieweit sie zur Digitalisierung Deutschlands beitragen werden.

Was halten Sie von den Digital Hubs? Sind Sie vielleicht sogar Teil davon? Dann freue ich mich über Ihre Erfahrungen und Einblicke! Vernetzen Sie sich mit mir auch auf LinkedIn und Xing!


 
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