Cloud-native Apps: Was versteckt sich hinter dem Hype?

March 16, 2017
Cloud-native Apps: Was versteckt sich hinter dem Hype?

Beitrag von Thomas Wirtz, Pre-sales Director Germany

Cloud-native Apps sind in aller Munde: Sie sollen dafür sorgen, dass Unternehmen sehr viel schneller auf aktuelle Entwicklungen reagieren können und somit wettbewerbsfähig bleiben. Agilität, die schnellere Bereitstellung von Services, Skalierbarkeit – das sind Schlagwörter, die mit Cloud-native Apps automatisch verbunden werden. Und doch ist noch in vielen Unternehmen unklar, wo wirklich der Vorteil liegt, wie die Abläufe beim Programmieren vereinfacht werden und was die ganze Thematik mit der Transformation des Geschäftsmodells zu tun hat. Denn die Erklärungsansätze sind oftmals recht technologisch. In diesem Beitrag möchte ich gerne auch den nicht-IT-affinen Lesern einen ersten Einblick geben, da hier viel Potential schlummert, das deutsche Unternehmen für sich nutzen können.

Monolithen-Systeme verhindern schnelle Innovationszyklen

Mit der Einführung von Cloud-native Apps wenden sich Unternehmen vom traditionellen Monolithen-System ab. Unter Monolithen versteht man Systeme oder Komponenten, die über die Jahre hinweg gewachsen sind und heute teilweise mehr als eine Million Zeilen Source Code umfassen. Möchte ein Programmierer auch nur eine kleine Änderung vornehmen, muss er die gesamte Software erst aus dem internen Source-Verwaltungssystem auf seinen eigenen Rechner ziehen, dort bearbeiten und anschließend wieder komplett zurück in die Versionsverwaltung verschieben. Diesen Prozess bezeichnet man als Versionierung. Möchte ein Programmierer einen Monolithen bearbeiten, steht er mehreren Herausforderungen gegenüber: Der Prozess dauert aufgrund der Dateigröße lange und der IT-Profi muss sich erst wieder in den Code einarbeiten, da er über die Jahre hinweg sehr komplex geworden ist.

Cloud-native Apps folgen den Prinzipien von Microservices

Bei Microservices handelt es sich hingegen um kleinere Softwarekomponenten, die schneller zu überblicken und zu bearbeiten sind. Cloud-native Apps bedienen sich oft dieses Konzepts, ergänzt um Eigenschaften, die Cloud-Plattformen typischerweise voraussetzen: Elastizität, Entkopplung und Abstraktion, Isolation, intelligentes Fehlerverhalten/Reaktionen auf Fehler.

Aber aufgepasst: Arbeiten Programmierer nun mit überschaubaren Codes statt mit Monolithen, muss beständig geprüft werden, ob die einzelnen Codes noch miteinander kompatibel sind. Deshalb werden sie regelmäßig automatischen Unit- und Integrationstests unterzogen, sobald der Programmierer seine Arbeit am Source Code abgeschlossen hat. Diese Tests können auf Basis einer Cloud stattfinden, müssen aber nicht. Bei Monolithen, die nur einmal im Jahr aktualisiert werden, kann auch mehrere Wochen abgewartet werden, bis die entsprechende Infrastruktur bereitsteht. Soll jedoch regelmäßig und schnell ein neuer Code ausgerollt werden, muss die entsprechende Infrastruktur automatisiert und kurzfristig zur Verfügung stehen. Abstraktion dient dafür, wie so oft in der Softwareentwicklung, als Grundlage – beispielsweise über eine Private oder Public Cloud.

Und wie sieht das nun konkret aus?

Die Einsatzmöglichkeiten und -varianten von Cloud-native Apps sind sehr vielfältig. Ein Beispiel wäre die Homepage eines E-Commerce Unternehmens. Die Homepage, die wie aus einem Guss aussieht, besteht aus vielen Microservices: Warenkorb, Impressum, Log-In Formular, Hilfeseite, Suchfunktion etc. Hinter jedem Service steht ein eigenes Team, das beständig an der Weiterentwicklung arbeitet. So kann die Website stetig weiterentwickelt und auf die Bedürfnisse der Kunden abgestimmt werden.

In meinen kommenden Blogposts werde ich mich intensiv mit der Funktionsweise und den Vorteilen von Cloud-native Apps auseinandersetzen und innovative Ideen aus diesem Bereich vorstellen. Folgen Sie mir gerne auch auf Twitter, um über alle Entwicklungen auf dem Laufenden zu bleiben!

Übrigens: Wenn Sie mehr über Cloud-native Apps erfahren möchten, besuchen Sie die VMware vInnovation Roadshow am 6- April 2017 in Hamburg! Wir freuen uns auf Sie!


 
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