Best Practice IoT: Probieren geht über Studieren – mit Pilotprojekten auf der Gewinnerseite

June 20, 2017
Best Practice IoT: Probieren geht über Studieren – mit Pilotprojekten auf der Gewinnerseite

Beitrag von Matthias Schorer, Lead Business Development Manager, IoT, EMEA bei VMware

Im Rahmen eines Google Hangouts durfte ich am 16. Mai 2017 drei weitere Experten zu einer virtuellen Diskussionsrunde zum Thema ‚Internet of Things‘ begrüßen. Nicht nur unser digitales Thema stand dabei im Vordergrund, vielmehr konnten die  Zuschauer live an unserer Diskussion über YouTube teilhaben und Fragen stellen, die ihnen schon immer unter den Nägeln brannten. Gemeinsam haben wir uns zu unserem Thema „IoT-Revolution – Sind wir schon bereit?“ ausgetauscht und haben sowohl interessante Einblicke erhalten, aber auch Aspekte gefunden, die zum Nachdenken anregen. Besonders spannend waren die Experten aus den verschiedensten Bereichen, die unterschiedliche Sichtweisen auf das IoT-Thema vertreten:  So konnten wir mit Melih Yener sowohl die Sicht eines IT-Unternehmens, als auch den Forschungsbereich, vertreten durch Dr. Christian Prehofer, einsehen. Dr. Wilhelm Greiner eröffnete uns als IT-Journalist einen branchenweiten Überblick. Eine perfekte Kombination also, um einen umfassenden Einblick in die Stimmung zu IoT in Deutschland zu erhalten. Melih Yener, z.B. berichtete über seine Erfahrungen, die er im direkten Kontakt mit deutschen Unternehmen machte: Seinem Urteil nach setzen sich bereits viele Industriebereiche, wie die Automobilbranche oder Manufacturing, mit diesem Schritt der Technologie auseinander. Dennoch gibt es Nachzügler: Die Logistikbranche hinke hinterher. Für Dr. Wilhelm Greiner wiederum ist IoT ein Thema, welches ihm tagtäglich in Gesprächen begegnet und das IT-Experten weltweit und aus allen Branchen umtreibt. Aber wie Dr. Christian Prehofer richtig vermerkt: IoT ist kein einfaches Einsetzen einer Technologie – es ist ein sehr komplexes Thema, an das viele „Dinge“ gekoppelt sind, und welches viele neue Risiken in sich birgt, jedoch auch ein enormes Potenzial aufweist.

Und so ist es auch kein Wunder, dass ein so umfassendes Thema Unternehmen immer wieder zum Stolpern bringt. Was sind also die Stolperfallen, denen Unternehmen immer wieder begegnen? Gibt es Möglichkeiten, diese zu umgehen?

Und täglich grüßt die Datensicherheit

Wir Deutschen neigen stets dazu, auf Nummer sicher zu gehen – und das betrifft vor allem unsere (persönlichen) Daten. Insbesondere Dr. Wilhelm Greiner sieht diesen Aspekt als gut und wichtig an. Es sei ein riskanter Ansatz, wenn vor allem bei Consumer-Geräten, kein großer Wert auf Sicherheit gelegt wird. Hier sieht er dringenden Handlungsbedarf. Und auch Dr. Christian Prehofer unterstützt dieses Statement: Bisher waren Haushaltsgeräte 10-20 Jahre im Gebrauch, wie kann sichergestellt werden, dass auch heute die Geräte eine lange Überlebensdauer haben und nicht anfällig für Risiken sind und aufgrund von Datenvorfällen ausgetauscht werden müssen? Aus der Unternehmersicht berichtet Melih Yener wiederum, dass Unternehmen es gewohnt seien, ihre Sicherheitsmodelle selbst zu erstellen – eine Vorgehensweise die sich nun im Wandel befindet.

Für die Zukunft wird die Sicherheit der Daten also weiterhin ein viel diskutiertes Thema bleiben – und laut unserer Experten ist das absolut notwendig. Sowohl Daten von Kunden, als auch Unternehmensdaten sollten beim Wandel zu IoT mit höchster Vorsicht behandelt werden, denn sie sind sowohl die wertvollste Ressource, als auch das gefährdetste Gut.

IoT – ja oder nein?

Aber sollen wir uns aus den bisher noch ungeklärten Sicherheitsfragen ganz von IoT abwenden? Wie genau sollte IoT und insbesondere die Stolperfallen angegangen werden? Gibt es DIE perfekte Strategie? Fragen, denen wir uns natürlich auch stellten. Sicher ist: Sich dem Internet der Dinge vollends zu verschließen ist aus Unternehmenssicht riskant. Am Sinnvollsten ist es laut Melih Yener, mit kleinen Pilotprojekten die ersten Erfahrungen zu sammeln. Kleine Projekte – seien sie auch nur lächerlich klein – sind der erste Schritt in die richtige Richtung. Denn nur in der tatsächlichen Ausführung entdecken die Unternehmen Problemfelder und Schwachstellen und können dementsprechend handeln.  Lieber ausprobieren, als ewig in der Theorie herumzustochern, so die Devise von Herrn Yener. Diese Aussage unterstützt auch Dr. Christian Prehofer mit seinem Fazit, dass nur die Unternehmen erfolgreich sind, die lernen und nicht diejenigen, die über die beste Technologie verfügen – ganz nach dem Motto ‚Probieren geht über Studieren‘. Und Dr. Wilhelm Greiner zieht mit einem Statement von Zypries seine Bilanz aus dieser Runde: „Die Amerikaner haben das Internet, wir haben die Dinge“. Deutschland möchte eine führende Nation im Bereich IoT werden, dazu sollten wir es ermöglichen, unsere Industrien – die Dinge – ans Internet anzukoppeln, um eine gewisse Heterogenität zu schaffen. Es bleibt also spannend, in welche Richtung sich IoT in Deutschland bewegt – werden wir eventuell sogar die IoT-Nation? Das Potenzial ist da, aber es gibt viel zu tun. Und eines wollen wir alle sicherlich nicht außer Acht lassen: die Sicherheit unserer persönlichen Daten.

Dennoch: Da bisher jedes Unternehmen sein „eigenes Süppchen gekocht“ hat, bedarf IoT zukünftig  einer gewissen Standardisierung, um eine anhaltende Kommunikation der „Dinge“ zu ermöglichen. Kaum verwunderlich also, dass sich inzwischen Unternehmen auf die sogenannte Adaptertechnologie spezialisiert haben, um ein nahtloses Kommunizieren sicherzustellen.

Ich bedanke mich noch einmal recht herzlich bei den Teilnehmern und freue mich, dass dieser Roundtable viele spannende, interessante und vor allem unterschiedliche Sichtweisen geben konnte – das vollständige Video können Sie sich hier ansehen. Denn es bleibt nicht nur bei Datenschutz und den Best Practices für IoT: Diskutiert wurde z.B. auch, wie 5G einen großen Fortschritt bringen kann und inwiefern Startups uns als Vorbild dienen können.

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