Arista und VMware: Partner auf dem Weg zur Netzwerkvirtualisierung

April 11, 2017
Arista und VMware: Partner auf dem Weg zur Netzwerkvirtualisierung

VMware und Arista, Hersteller von Layer-3-Switches (eine Kombination von Routern und Switches), verbindet eine langjährige Partnerschaft. Bereits 2008 definierten die beiden Unternehmen gemeinsam Standards für die Netzwerkvirtualisierung und haben seitdem immer wieder Meilensteine in der Netzwerk-Technik erreicht. Gemeinsam treiben sie die Entwicklungen Richtung SDDC (Software Defined DataCenter) voran.

Wir wollen von den Experten von VMware und Arista wissen: Was genau macht die Partnerschaft von Arista und VMware aus und weshalb ergänzen sich die beiden Unternehmen so gut?

Die Experten:

  • Alexei Agueev: Systems Engineer bei Arista
  • Michael Sicklinger, Regional Sales Manager Germany South and Austria bei Arista
  • Gerd Pflüger, NSX Systems Engineer EMEA VMware

Den ersten Teil des Interviews können Sie hier nachlesen: „Know-how vs. Kosten: Wie weit ist das SDDC in Deutschland?“

VMware virtualisiert mit VMware NSX das Netzwerk, wie kommt nun Arista ins Spiel? Wie profitieren die Kunden von der Kooperation zwischen Arista und VMware?

Michael Sicklinger: Gäbe es ein Rechenzentrum, das ausschließlich mit virtuellen Komponenten betrieben wird, bräuchte man von Arista nur eine hoch performante und stabile Netzwerkinfrastruktur. Allerdings muss es in jedem Rechenzentrum immer eine physische Komponente geben, denn einen Virtualisierungsgrad von 100 Prozent werden wir niemals erreichen! Wichtig ist, dass die Interaktion zwischen den virtuellen und physischen Komponenten einwandfrei funktioniert und zudem möglichst einfach gestaltet wird. Arista nutzt die offenen Schnittstellen bei VMware NSX und schafft mit Switches eine Verknüpfung zwischen dem virtualisierten Overlay und dem physischen Underlay.

Aktuell können wir viele Grabenkämpfe zwischen Server- und Netzwerkabteilungen verfolgen. Diese zeitlichen Verzögerungen sind insbesondere auf die nicht ausreichende Absprache zwischen den verschiedenen Abteilungen zurückzuführen. Unsere Lösungen sorgen für Transparenz und automatisieren bestimmte Prozesse, wovon beide Parteien profitieren. Wenn Server-Administratoren heute in vCenter eine neue virtuelle Maschine erzeugen, wird automatisch über abgestimmte APIs der entsprechende Switchport ohne manuellen Eingriff konfiguriert. Auf der anderen Seite können Netzwerkadministratoren dank der offenen Schnittstellen ganz einfach einsehen, welche VMs auf dem physikalischen Interface laufen.

Alexei Agueev: Bei Arista legen wir den Fokus auf die Minimierung der Betriebskosten durch Automatisierung, sodass große Netzwerke mit nur wenig Personal aufgebaut werden können. Indem wir die Hardware vom Betriebssystem und von der Konfiguration abstrahieren, können wir sehr viel schnellere Zyklen verfolgen, als Hersteller, die Chips in der Hardware produzieren. Denn eines ist klar: Wenn Unternehmen viel Geld in einen Chip investiert haben, möchten sie diesen schließlich auch gerne möglichst lange vertreiben. Deswegen sind sie finanziell schon auf lange Zyklen ausgelegt. Arista hingegen ist von der Hardware unabhängig, wodurch wir die schnellsten Zyklen der ganzen Industrie haben und mindestens einmal pro Jahr neue Modelle auf den Markt bringen können. Die Kunden profitieren so von einer konstanten Weiterentwicklung der Hardware. Zudem tätigen sie eine einmalige Investition in Konfiguration des Netzes, denn dieselbe Konfiguration kann immer wieder verwendet werden.

Gerd Pflüger: VMware und Arista setzen mit Netzwerkvirtualisierungsgateways an der Schnittstelle zwischen physikalischen und virtuellen Servern und Netzwerke an. Eine Besonderheit bei Arista ist, dass es sowohl fixed als auch modulare Switches gibt – bei anderen Herstellern gibt es nur fixed Switches. Hinzu kommt, dass es bei Arista eine besonders breite Palette von Switches gibt, die für VMware zertifiziert sind. Allerdings gibt es auch das umgekehrte Beispiel: Bei vRealize Operations beispielsweise wurden die Arista-Switches bereits integriert.

Was genau verstehen Sie unter einer Next-Generation-Netzwerk-Architektur? Wie unterstützen VMware und Arista ihre Kunden, um dieses Ziel zu erreichen?

Gerd Pflüger: Heutzutage wird noch sehr viel manuell gemacht. Der wichtigste Punkt ist deshalb IT-as-a-Service, indem das SDDC so entwickelt wird, dass es einen Auto-Discovery-Modus hat. Es muss einen Pool an Ressourcen (Computer, Storage und Netzwerk) inklusive Erweiterungsmöglichkeiten in die Cloud sowie einen Automatismus zur Erfassung von Veränderungen sowie Anpassungen und Optimierungen in Echtzeit geben. Zudem muss ein Fokus auf Security und Verfügbarkeit liegen. Die Bereitstellung funktioniert aber nicht mit Commodity Hardware, sondern man benötigt Value-Add Hardware – hier kommt Arista ins Spiel, da Arista die notwendigen Telemetrie-Daten, Hardware-Support und Data Capture bereitstellt. Durch IT-as-a-Service profitieren Unternehmen von Vorhersehbarkeit, Skalierbarkeit, Auslastungsinfo, geringeren Betriebskosten, schnellerer Bereitstellung und weniger Personalaufwand.

Vier weitere Punkte ergänzen das: Bereitstellung als hyperkonvergente Systeme, Software-defined WAN, IoT, Multi Hypervisor Support. Die Grundlage für all diese Faktoren sind gute Verbindungen zwischen Over- und Underlay.

Michael Sicklinger: Next-Generation Netzwerk sind schon keine Zukunftsmusik mehr, sondern Realität! Im Prinzip sind alle großen Clouds vollkommen programmierbar und automatisierbar. Bei Suchmaschinen kann mittlerweile ein einziger Administrator 10.000 Geräte im Alleingang betreuen. Allerdings beziehen sich diese Aussagen vor allem auf amerikanische Unternehmen. Die großen Cloud-Netzwerke laufen alle auf der anderen Seite des Atlantiks. Doch durch Standardisierung, Automatisierung und Abstraktion von der Hardware ist es möglich, diese Next-Generation-Netzwerke auch im Enterprise Umfeld aufzubauen.

Sie möchten Ihr Netzwerk zukunftsfähig machen? In unserem aktuellen Whitepaper erfahren Sie, wie Ihnen das gelingt.

Sie möchten zu Themen wie Cross-Cloud, SDDC, Security, IoT auf dem Laufenden bleiben? Folgen Sie uns auf Twitter!

 


 
Related Posts
 

Nicht selten tappen Unternehmen in eine sehr verbreitete Falle: Sie nehmen an, dass sie ein Allround-Paket der neusten Technologien benötigen, um mit ihren Konkurrenten Schritt zu halten. In einem Gastbeitrag von iSanity berichtet Annelee Le Grange, CEO bei iSanity in Südafrika, wie Sie Ihre Kunden bestmöglich beim Aufbau Ihres IT-Fundaments unterstützen.

Die Amadeus IT Group ist ein führender Anbieter zukunftsweisender Technologien für die Reisebranche mit einem Umsatz von mehr als 3 Milliarden Euro. Damit die bis zu 39.000 Enduser-Transaktionen pro Sekunde verarbeitet werden können, setzt die Amadeus IT Group auf Cloud Computing- und Open Source-Lösungen von VMware.

Es war DER Deal in der IT-Geschichte und sorgte für einige Furore: Im Oktober 2015 kaufte Dell EMC für eine Rekordsumme von 67 Milliarden US-Dollar auf. Mit Dell EMC haben wir einen starken Partner an unserer Seite, mit dem wir gemeinsam unsere Zukunftsvisionen vorantreiben können. Auf der ersten Dell EMC World in Las Vegas wurde unter anderem auch die Dell EMC VDI Complete Solutions vorgestellt: eine komplette Desktop- und Applikations-Virtualisierungslösung.

Arista und VMware verbindet eine langjährige Partnerschaft. Bereits 2008 wurden gemeinsam Standards für die Netzwerkvirtualisierung und seitdem haben wir immer wieder Meilensteine in der Netzwerk-Technik erreicht. Ein Gespräch zwischen Arista und VMware zu SDDC und Netzwerkvirtualisierung.

 
 
Blog Archive