Arbeitswelt 4.0 – Technologische und organisatorische Herausforderungen in Zeiten des mobilen Business

July 14, 2015
Arbeitswelt 4.0 – Technologische und organisatorische Herausforderungen in Zeiten des mobilen Business

Am 22. Juni 2015 fand der Business Mobility Roundtable von VMware in München statt. Gemeinsam mit Pressevertretern diskutierten die geladenen Gäste das Thema „Arbeitswelt 4.0 – Technologische und organisatorische Herausforderungen in Zeiten des mobilen Business“. Durch die Teilnehmer mit unterschiedlichem Hintergrund ergab sich eine interessante Mischung an Erfahrungen, sodass nicht die IT-Infrastrukturen sondern vielmehr die notwendigen Prozesse bei der Einführung der Business Mobility besprochen wurden.

Als Experten nahmen teil:

  • Ralf Gegg, Director End User Computing CEMEA von VMware (Moderator)
  • Dominic Schmidt-Rieche von AirWatch
  • Christian Rudolph, Lead Infrastructure Architecture TUI Group
  • Martin Runkel, Head of Custom Solutions & Technology, B. Braun Melsungen AG
  • Lydia Zillmann, Projektmanagerin für die Einführung moderner Arbeitswelten, AviloX GmbH
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Ralf Gegg, Director End User Computing CEMEA von VMware, führte als Moderator durch die Diskussion

Auf Grundlage des Videos „Arbeitswelten 4.0 – Wie wir morgen arbeiten und leben“, das einen Blick in die Zukunft des Arbeitens wirft, diskutierten die Gäste gemeinsam mit den Journalisten die Zukunft der Arbeitswelt, die heutigen Entwicklungen und neue Herausforderungen. Runkel stellte fest, dass das Video gar nicht so weit von der Realität und den heutigen Ansätze entfernt sei. „Im Vergleich zu den skandinavischen Ländern ist Deutschland noch sehr konservativ – dort gibt es sehr viel mehr Leute, die im Home Office arbeiten und auch in Bezug auf Mobility ist man uns weit voraus“, so Rudolph. Die Diskutanten waren sich einig: Die Mobilität wird an Bedeutung gewinnen, sodass Büros zunehmend verschwinden – allerdings entstehen so auch neue Herausforderungen. Die Mitarbeiter sind weniger kontrollierbar, sodass neue Möglichkeiten und Tools geschaffen werden müssen, um die Arbeitszeit zu messen.

 

Ohne Vertrauen geht es nicht   

„Arbeitszeit darf jedoch keineswegs mit Produktivität gleichgesetzt werden. Es gibt Mitarbeiter, die zu Hause besser arbeiten können als im Großraumbüro, weil sie dort kreativer sind, sich besser  konzentrieren und  damit ihre Aufgaben effizienter lösen können“, erklärte Zillmann. „Vertrauen in die eigenen Mitarbeiter ist das A&O, sonst funktioniert das Konzept mit flexiblen Arbeitszeiten nicht“, stimmte auch Rudolph zu. Vor allem mittelständische Unternehmen haben wenig Vertrauen in die Mitarbeiter und befürchten einen Kontrollverlust. Runkel warf ein, dass auch die HR-Abteilungen mitziehen und entsprechend innovativ sein müssten. Auch die Zustimmung der Betriebs- und Personalräte stelle oftmals eine Herausforderung dar, die jeder Veränderung im Unternehmen zustimmen müssen. Auch Zillmann bestätigte diese Ansicht: „Sowohl die HR-Abteilung als auch den Betriebsrat muss man von Anfang an in die Konzeptionsphase integrieren. Denn einerseits verlangt das mobile Arbeiten neue Fähigkeiten der Führungskräfte und Mitarbeiter ab, wie beispielsweise die virtuelle Teamsteuerung oder Methoden zum Selbstmanagement, die im HR-Bereich eingeplant werden müssen. Andererseits wirkt der Betriebsrat als Korrektiv und setzt auch mal Grenzen, die sinnvoll sein können, schon allein, um das Vertrauen der Mitarbeiter zu gewinnen. Wenn man ihn frühzeitig einbindet, ihn vielleicht auch selbst ausprobieren lässt, kann man ihn durchaus für die neuen Lösungen gewinnen. Wenn alles gut läuft, fungiert er  dann sogar als Multiplikator.“

Sicherheit hat Priorität

Einen weiteren wichtigen Punkt stellt die Sicherheit der Unternehmensdaten dar. „Security und Datenschutz sind keine neuen Themen für uns. Allerdings lässt sich nicht abstreiten, dass sie in den letzten Jahren an Brisanz gewonnen haben. Ein wichtiger Ansatz, den viele Unternehmen vernachlässigen, ist der Einbezug und die Aufklärung der Mitarbeiter. Sie müssen verstehen, was es bedeutet, wenn sie ein Dokument einfach irgendwo hochladen“, so Runkel.

Die Consumerization als Chance  

Bei der Diskussion kam die  These auf, dass die Consumerization die IT-Abteilungen überrannt und in einen reaktiven Modus gedrängt habe. Die Experten bestritten diese Feststellung nicht, Runkel war jedoch der Ansicht, dass dieser Schritt notwendig gewesen sei: „Die Consumerization hat uns erst dazu gebracht, uns dem Thema BYOD zu verschreiben. Vor drei Jahren stellte Bring-your-own-device noch ein Buzzword dar – heute ist es bei uns Standard.“ Rudolph fügte hinzu: „Wir haben aufgehört, länger als zwölf Monate im Voraus zu planen. Es wird immer etwas Neues geben, das die Bedingungen verändert. Durch unsere recht kurzfristige Planung sind wir besser gerüstet und können schneller reagieren.“

Und wie können Unternehmen verhindern, dass bei der Einführung beispielswiese neuer Social Collaboration-Tools die Generationenkonflikte aufflammen und das Verhältnis der Mitarbeiter untereinander belasten? Die Experten sind sich einig: Die Mitarbeiter müssen stark eingebunden werden, zudem sollen Netiquetten den Umgang regeln. Zillmann merkt zudem an, dass die unterschiedlichen Generationen auch ein großes Potential haben. „Wir bilden unter anderem Tandems aus älteren und jüngeren Mitarbeitern, weil der Austausch und die Möglichkeit voneinander zu lernen wertvoll sind. Wir haben aber auch die Erfahrung gemacht, dass die Akzeptanz und Nutzung neuer Technologien nicht immer eine Frage der Generation ist. Vielmehr geht es um das Verständnis für die individuellen Vorteile und eine gute Begleitung während der Einführung.“

Zillmann stellte fest: „Die Digitalisierung sollte nicht länger als reines IT-Projekt begriffen werden, sondern als ein Organisationsentwicklungs-Projekt, dass nur unter Einbezug der Belegschaft durchgeführt werden kann.“ Doch die Teilnehmer stellten fest, dass die IT in Deutschland noch großes leisten muss: bevor Home Offices und BYOD mehr Standard als Ausnahme sein können, muss das Netzwerk ausgebaut werden – auch und im Speziellen im ländlichen Raum. Erst dann ist es möglich, mit den Geräten auch unkompliziert außerhalb des Büros zu arbeiten.


 
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