Alltagstauglich? IoT ganz privat

September 26, 2017
Alltagstauglich? IoT ganz privat

Beitrag von Matthias Schorer, Lead Business Development Manager, IoT, EMEA bei VMware

Erst kürzlich fand die Internationale Funkausstellung 2017 (IFA) in Berlin statt und widmete sich dem Thema Smart Home und den dazugehörigen IoT-Geräten. Und das in zwei Hallen! Nicht nur die Ausstellung bestätigt den Trend, auch aktuelle Zahlen zeigen: IoT ist auf direktem Wege in die deutschen Haushalte! Die Studie “Der deutsche Smart-Home-Markt 2017 – 2022. Zahlen und Fakten” zählt den deutschen Smart-Home-Markt in den nächsten Jahren zu den am stärksten wachsenden Segmenten (durchschnittlich plus 26,4 Prozent). Es wird mit einem Umsatz von 4,3 Milliarden Euro bis 2022 gerechnet. Rein statistisch gesehen wird es also nicht mehr lange dauern, bis sich auch in Ihrem Haushalt ein smartes Device befinden wird – aber vielleicht versteckt sich jetzt schon eines? Eines verspreche ich Ihnen, Sie sind näher an IoT, als Sie glauben!

Kaum ein Bereich wird nicht betroffen sein

Ob Küche, Bad oder die Unterhaltung im Wohnzimmer. Smart Devices tummeln sich in allen Ecken! Bei manchen Geräten ist der IoT Background ganz offensichtlich – wie z.B. bei der Waschmaschine, die sich über App überwachen lässt. Daneben gibt es aber auch viele kleine Helfer, die ihre IoT-Identität gekonnt verstecken. So hat jedes neu auf den Markt kommende Auto eine Notruffunktion. Das ist Pflicht in Europa und verspricht dank genauer GPS-Daten nicht nur schnelle Hilfe bei einer Panne. Die Sensoren im Auto zeichnen auch Daten für predictive maintenance auf und senden diese an den Hersteller. So wird schnell erkannt, dass ein Auto in die Werkstatt muss, noch bevor Probleme überhaupt auftreten. Wenn Sie schon einmal wegen unvorhersehbarer Schwierigkeiten liegen geblieben sind, werden Sie diese Vorwarnung sicherlich schnell wertschätzen. Und auch im März dieses Jahres dürften viele IoT-Devices den Weg in die deutschen Wohnzimmer gefunden haben: Mit Abschaltung des DVB-T Empfangs mussten viele Nutzer sich eine Alternative suchen – viele griffen dabei auf die schnellste und kostengünstigste Lösung zurück: einen Amazon Fire TV Stick. Sieht man genau hin, erkennt man schnell, dass es sich hierbei (ebenso wie beim Apple TV) um ein IoT-Device handelt. Pünktlich zur Abschaltung hat Amazon diesen auch noch mit der Alexa Sprachsteuerung erweitert. Und diese Produkte sind nur dann sinnvoll nutzbar, wenn sie mit dem Internet verbunden sind. Sogenannte Smart TVs sind mit dem Internet verbunden, um bestimmt Funktionen wie etwa Videocalls zu ermöglichen. Wie smarte Autos warten sich auch diese Fernseher aus der Ferne – ein Software-Update erfolgt automatisch. Sie kennen sicherlich auch die ewige Suche nach der Fernbedienung? Oder dass man beinahe schon Gewalt anwenden muss, um den Kanal zu wechseln, weil die Batterien fast leer sind? Die Lösung: Bedienen Sie den TV doch einfach mit Ihrem Handy, das Sie in der Regel sehr nah bei sich tragen und dafür sorgen, dass es stets geladen ist – übrigens beides Beispiele für ein IoT Mesh.

Multi-Vernetzt – unabhängig vom Hersteller

Besonders interessant und spannend an IoT finde ich jedoch die Komptabilität. Über den IoT Mesh-Ansatz werden Systeme von mehreren, völlig unabhängigen Herstellern miteinander verbunden. Bestes Beispiel ist auch hier der Bereich Smart Home. Das Zuhause über den Alexa Lautsprecher von Amazon steuern? Das ist kein Problem mehr. In Kombination mit der Hue Lichtsteuerung von Philips lässt sich eine sehr schöne und vor allem komfortable Lichtgestaltung realisieren. Ebenso können Rollläden automatisiert geöffnet oder geschlossen und Heizungen gesteuert werden. IoT bedeutet somit auch eines: Hersteller müssen zukünftig ihre Geräte offen für die Kompatibilität mit anderen Geräten programmieren – denn nur so erhalten Endanwender das volle IoT-Erlebnis. Konkurrenzdenken hat in diesem Fall keinen Platz.

IoT – unser Begleiter durch den Alltag

Ob To-Go Kaffee, der dank Automatisierung pünktlich um 7 Uhr in der heimischen Küche bereitsteht, der Weg ins Büro mit dem smarten Auto oder die Steuerung der Wärme von unterwegs, um Energie zu sparen und trotzdem abends ein warmes Haus zu betreten. IoT ist bereits unser ständiger Begleiter – mal mit wachsamem Auge, mal hilfeleistend aber jedenfalls jederzeit auf Abruf bereit. Und was bringt uns die Zukunft? Auf der IFA in Berlin wurden nicht nur die neusten Entwicklungen vorgestellt, es gab auch einen Blick in die Zukunft. Es wird kaum abzuwenden sein, dass IoT-Geräte den eigenen Haushalt erobern, denn auch immer mehr Anbieter setzen darauf. So könnte auch ihr Energieanbieter schon auf eine Vernetzung setzen. Das gemeinsame jährliche Ablesen des Zählers im Keller wird also bald der Vergangenheit angehören. Es gibt sogar schon Firmen die eine monatsgenaue Abrechnung mittels Smart Meter anbieten. Wenn also Ihr Stromversorger noch nicht so weit ist lohnt es sich nach „Fresh Energy“ zu googeln.

Ich jedenfalls bin sehr gespannt was noch kommen mag und halte die aktuellen Entwicklungen stets im Auge! Bleiben auch Sie informiert und folgen Sie mir auf Xing, LinkedIn und Twitter. Übrigens: Auf der vInnovation halte ich eine Keynote zum Thema „IoT: Vom Besonderen zum Alltäglichen mit Lichtgeschwindigkeit“. Kommen Sie vorbei!


 
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